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Sonntag, 20. September 2015

Notiz am Rande - Aufklärung to go

Neulich. Im Urlaub. In einem beschaulichen französischen Fischerdörfchen. Wir schlenderten mit Hunderten anderen Touristen durch die engen Gassen des Städtchens und betrachteten Schaufenster, Promis, Touris und die Auslagen, die angeboten wurden. Da blieb Rabensohn plötzlich vor einer Apotheke vor einem Automaten mit Verhüterlis stehen und fragte: "Mama, was ist denn das?" Nun bin ich leider mit dem angeborenen KNL-Syndrom auf die Welt gekommen. Das Kann-Nicht-Lügen-Syndrom. Und es gab nur eine einzige Antwort, die ich geben konnte: "Das brauchen Männer und Frauen, wenn sie keine Babys bekommen wollen." Ups. Da hatte ich mich selbst in die Bredouille gebracht. Mein achtjähriger Rabensohn weiß zwar schon, wie Babys entstehen. Aber er ist auch fest davon überzeugt, dass Mama und Papa das eben gerade ganze zwei mal gemacht haben. Nämlich um ihn und seine Schwester zu zeugen. Und das war es dann auch schon. Ich befand mich in einer misslichen Lage, denn die Nachfragen kamen natürlich prompt. "Hä, wieso braucht man das, wenn man eigentlich Babys machen will. Das ist doch Quatsch!" Dass es eben auch Lust und Begierde gibt, die dazu führen, dass Mann und Frau miteinander schlafen, dass weiß Rabensohn noch nicht. Geschweige denn, dass er den Ausdruck kennt. Da stand ich nun, mitten im beschaulichen französischen Fischerdorf, umzingelt von allerlei vielsprachigen Touristen und musste meinem Rabensohn erklären, wozu man Präservative benutzt. Mein Hilfe suchender Blick nach Rabenvater wurde von diesem geflissentlich übersehen. Tja, geschah mir recht. Hatte ich mich ja selbst in diese Lage gebracht. Warum konnte ich nicht einfach lügen und sagen, dass ich auch nicht wüsste, wozu dieser Automat gut sein soll. Im Weitergehen, zwischen Franzosen, Italienern, Amerikanern und Deutschen versuchte ich, Rabensohn aufzuklären. Ich bin kein Freund von sehr umständlichen Umschreibungen, die das Kind nachher ratloser zurücklassen als vorher. Also versuchte ich ihm in einfachen Worten zu erklären, wie das so läuft mit Mann und Frau, wenn sie sich lieb haben, miteinander schlafen und dennoch kein Baby wollen. Und das das Präservativ den Samen des Mannes auffängt wie eine Tüte und dann weggeworfen werden kann. Unterbrochen wurde meine Aufklärung to go immer wieder von Touristen, denen wir in den engen Gassen ausweichen mussten. Und irgendwann, bevor ich ans Ende meiner Ausführungen kam, hatte Rabensohn schon das Interesse an dem Automaten verloren und die nächste interessante Sache entdeckt. Meinen puterroten Kopf und die Schweißperlen, die mir den Rücken runterliefen, hatte zum Glück niemand bemerkt.

Samstag, 28. März 2015

Notiz am Rande - Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Beim Zubettgehen erzählt mir Rabentochter meist noch ein paar Anekdoten aus dem Kindergarten. Und so meinte sie heute zu mir: "Ali's Mama ist dick. Und sie ist klein." Pause "Und der Papa von Ali ist auch ein bisschen dick." Die Realität sieht ein bisschen anders aus. Ali's Papa ist ganz und gar nicht dick, sondern sehr attraktiv. Okay, Ali's Mama ist dick. Da hat Rabentochter recht. Aber ehrlich gesagt ordne ich mich figurtechnisch kurz vor Ali's Mutter ein. Doch Rabentochter sieht das anders. Auf meine Frage, was denn ihre Mama sei, antwortete sie: "Du bist dünn, Mama!" Ach, Kind ich liebe dich! Tja, wahre Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Also liebe Frauen lasst den Diätenmarathon. Lasst den Jugendwahn. Vergesst den Fitnessplan. Sucht euch lieber den richtigen Betrachter. Dann seid auch ihr schön und dünn und jung. Denn es gibt immer jemanden auf der Welt, der genau das in euch sieht.

Freitag, 6. März 2015

Notiz am Rande - Wen soll ich heiraten?



Heute beim Frühstück. Rabentochter. Vier Jahre alt. Seufz. Noch ein Seufz. Tief Luft holen. "Mama, ich weiß nicht, wen ich heiraten soll. Moritz oder Erkan." Seufz. "Ich weiß es einfach nicht". Darauf hin Rabensohn, fast 8: "Mama, was würdest du denn machen?" Ich in Gedanken: Vielleicht gar nicht heiraten (Entschuldigung,  :-) es gibt so Tage.) …. Ich: "Warten bis ich 18 bin. Davor darfst du sowieso nicht heiraten!". Rabentochter: "Oder bis ich 20, … 21,... 22, ….23, (zählen macht ihr im Moment großen Spaß) ...24, 25, 26, 27, 28, 29, 90 bin." Ja genau. Guter Plan.

Nein, ehrlich. Mit was für Fragen sich die Kleinen schon rumschlagen müssen. Und in der Pubertät kommt dann der Aufschrei. "Uhhh, keiner liebt mich!". Tja, das Leben ist wirklich kein Ponyhof.

Freitag, 2. Januar 2015

Notiz am Rande - Neues Jahr, neues Glück?!



Endlich das alte Jahr abhaken, sich auf das neue Jahr konzentrieren und hoffen, dass es ein gutes Jahr wird… Als ob das so einfach wäre. War es denn wirklich so ein schlechtes Jahr? Bedeutet das Datum 1.1. wirklich einen Neuanfang? Oder geht alles so weiter, wie im alten Jahr? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Wir haben ein großes Glas in dem sich farbige Zettel tummeln auf denen wir unsere schönsten Erlebnisse des Jahres notiert haben. Am Silvesterabend haben wir das Glas geleert und uns an die schönen Momente des Jahres erinnert. Da kamen tolle Erinnerungen zu Tage. Wir hatten also in 2014 viele erinnerungswürdige Momente, schöne Momente. Aber eben auch nicht so schöne. An die wollen wir uns besser nicht erinnern und frohen Mutes ins neue Jahr starten. Also doch ein Neuanfang? Nein, eher die Chance das Beste aus dem neuen Jahr rauszuholen. Vorsätze habe ich schon lange nicht mehr. Denn einen Neuanfang kann ich an jedem Tag des Jahres machen. Dafür brauche ich kein vorgeschriebenes Datum. Mein einziger Vorsatz oder besser formuliert, mein einziger Wunsch für 2015: Das Glas mit vielen farbigen Zetteln ganz zu füllen! 

P.S.: Unser Silvester war sehr turbulent: Meine Freundin lag mit Kreislaufbeschwerden im Bett, ich hab mir beim Versuch heißes Wasser in eine Wärmflasche zu füllen die Hand verbrüht, mein Mann hat einsam und allein die angebrochene Flasche Wein "vernichtet"… nur die Kinder hatten Spaß mit Helene Fischer und Co. und haben Party, Party, Party gemacht :-) Ich bin fest davon überzeugt, dass wird ein super Jahr!!!

Dienstag, 15. April 2014

Notiz am Rande - Bankvertrauen 2.0

Seit letztem Jahr geht Rabensohn ja nun zur Schule. Und seit dem bekommt er auch jede Woche ein kleines Taschengeld. Und da Rabensohn ein sparsamer Mensch ist und sein Geld hortet, kam jetzt auch schon einiges zusammen. Also wollte ich, dass Rabensohn seine Moneten zur Bank bringt und auf sein Konto einzahlt, damit er sich später mal einen größeren Wunsch erfüllen kann. Doch Rabensohn weigerte sich. Das Geld sollte lieber in seiner Nachtischschublade ruhen. Auf meine Nachfrage, warum wir es denn nicht zur Bank bringen können, bekam ich folgende Antwort: "Wenn wir das Geld zur Bank bringen, dann ist es weg und ich bekomme es nie wieder!" Ach, welch Wahrheit doch aus deinen Worten spricht, mein lieber Sohn!

Montag, 24. Februar 2014

Notiz am Rande - Einmal Mama, immer Mama!

Ach, wir Frauen sind schon wirklich kompliziert. Ich gebe es ja zu. Klar, wir wollen gerne Mutter werden. Und wenn wir dann Mutter sind, dann wünschen wir uns weiterhin die erfolgreiche Karrierefrau oder die weniger Anspruchsvollen unter uns, wenigstens berufstätig zu sein und dann....? Dann haben wir durch unseren Job endlich mal die Möglichkeit wieder einzutauchen die Welt der Berufstätigen, der Karrieremenschen und was machen wir? Wir reden fast den ganzen Abend über unsere Kinder. Wir könnten uns auch über die Exponate unterhalten, die an diesem Abend ausgestellt sind oder über die Preisträger, die an diesem Abend gekürt wurden. Aber nein, wir reden über unsere Kinder. Würden Männer das tun? Sich auf einer beruflichen Veranstaltung treffen und den ganzen Abend über die Kinder reden. NEIN! Männer haben andere Themen. Sport, Politik und Autos. Aber auf keinen Fall die Kinder. Warum machen wir Frauen das dann? Ist doch ganz klar, weil wir das nicht trennen. Weil die Kinder ein Teil von uns sind, auch wenn wir berufstätig sind oder weiterhin Karriere machen. Und deswegen blenden wir diesen Teil auch nicht aus. Außerdem sind wir stolz auf uns und unsere Kinder. Denn ja, wir kriegen das hin - Beruf und Kind/Kinder. Auch wenn es oft schwer ist. Wir schaffen das und ja, wir mögen das. Gerade meine Generation hat es schwer. Weder Vollzeit-Mutter, noch Vollzeit-Karrierefrau. Aber wir schaffen das. Weil wir eigentlich ganz zufrieden damit sind, Teilzeit-Kraft und Teilzeit-Mami zu sein. Nur ein bisschen mehr Respekt von außen, für das, was wir in "Teilzeit" jeden Tag leisten, dass würde uns gut tun. Und deswegen liebe Mütter dieser Welt, hört nicht auf über eure Kinder zu sprechen, denn das eint uns und wir erkennen: "Hey, das ist eine von uns!"

Dienstag, 19. November 2013

Notiz am Rande - Abgehört

Ich bin weder ein Fan der NSA noch gehöre ich dem Deutschen Bundesnachrichtendienst an, aber ich gestehe, letztens in der S-Bahn musste ich einfach mithören. Wenn es geht, vermeide ich öffentliche Verkehrsmittel. Ist einfach nicht so mein Ding. Und da wir mitten in der Stadt wohnen, bevorzuge ich das Fahrrad, meine eigenen Füße oder das Auto. Aber es gab keine Wahl, ich musste zum Flughafen und das ging nun mal am Besten mit der S-Bahn. Wie gesagt, gibt es Schöneres als sich mit wildfremden Menschen, wie die Sardinen in einen fahrbaren Wagen quetschen zu lassen. Aber da saß ich nun und war quasi gezwungen das Gespräch meiner Mitfahrer anzuhören. Ein weiterer Grund, warum ich nicht gerne öffentlich fahre. Man kann sich den Unterhaltungen der Anderen nur schwer entziehen. Mir gegenüber saßen zwei junge Menschen (Mann und Frau). Etwa 19 oder 20 Jahre alt. Die beiden unterhielten sich über ihr gerade begonnenes Studium und warum sie sich gerade für den von ihnen gewählten Studiengang entschieden haben. Nicht gerade sehr interessant. Aber dann mussten meine Rabenmutterohren doch genauer hinhören, denn die junge Frau sagt, sie hätte ja auch etwas anderes studieren können, um dann richtig Karriere zu machen. Aber sie habe sich für genau diesen Studiengang entschieden, da sie mal Kinder wolle und es dann ja sowieso so wäre, dass der Mann arbeiten geht und die Frau sich um Kinder und Haushalt kümmere. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Wo hin ist die Emanzipation verschwunden? Klar, auch in meiner Generation gibt es noch viele Paare, sehr viele, die dieses Modell leben. Aber ich hatte doch die Hoffnung, dass sich das in der nächsten Generation ändern wird. Der junge Mann, mein Held des Tages, meinte: "Hallo, auch wir Männer wollen Kinder und uns um sie kümmern!". Darauf die junge Frau: "Ja, klar. Aber letztendlich bleibt doch eh alles an der Frau hängen!" Okay, ich gebe zu, sie hat ja Recht. Aber warum muss das denn so bleiben? Liebe zukünftige Mütter dieser Welt, ändert doch bitte was und traut den Männern ein bisschen mehr Verantwortung und Engagement zu. Anscheinend sind sie bereit dazu!

Montag, 28. Oktober 2013

Notiz am Rande - Brustgeflüster

Wann beginnt Aufklärung? Ab welchem Alter sollte Aufklärung beginnen? Gibt es noch das EINE Aufklärungsgespräch oder beginnt sie schleichend? Ist mein Sohn mit sechs Jahren noch zu klein für ein Aufklärungsgespräch oder kann Aufklärung nicht früh genug beginnen? Diese und andere Fragen stelle ich mir seit meiner heutigen Unterhaltung mit meinem Rabensohn. Aus dem Nichts stellte mir mein gerade noch in die Windeln machender Sohn die Frage, ob alle Frauen einen BH tragen müssen und warum? Erstaunt über die Frage, aber unprätentiös, wie ich nun mal bin, wollte ich ihm natürlich eine Antwort geben. Also erklärte ich ihm, dass die Frauen mit wenig Busen keinen BH tragen müssen, die Frauen mit mehr Busen aber schon. Seine Antwort verblüffte: "Aber Mama, dann brauchst du doch gar keinen BH, du hast doch nur zwei Busen! Oder bekommst du noch mehr Busen!"
Ich denke, es wird doch recht bald Zeit für das Aufklärungsgespräch...

Sonntag, 22. September 2013

Kleine Notiz am Rande - Die Bundestagswahl

Politisches Interesse kann nicht früh genug anfangen. Vor kurzem habe ich eine Umfrage unter Erstwählern gesehen, die teilweise nicht wussten wer Angela Merkel und Peer Steinbrück sind. Tja, vielleicht sollte man das Wahlalter noch mal überdenken ;-) Als wir meinem Sohn erklärten, dass wir heute wählen gehen, wollte er ganz genau wissen, was das bedeutet und was wir wählen werden. Also habe ich versucht, ihm das in einfacher Sprache näher zu bringen. Ich habe ihm erklärt, dass wir seit vier Jahren eine schwarz-gelbe Regierung haben und das sich das höchstwahrscheinlich heute ändern wird. In Baden-Württemberg jedenfalls haben wir eine grün-rote Regierung und wer weiß, was wir nun für Deutschland bekommen... Ein paar Stunden später konnten wir beim Fußball spielen ein Gespräch meines Sohnes mit seinem besten Freund mit anhören: Rabensohn: "Welche Farbe wählt denn deine Mama heute?", Freund:"???", Rabensohn: "Wir haben ja jetzt schwarz-gelb.", Freund "????", Rabensohn: "Heute wird doch die Chefin von Deutschland gewählt!", Freund: "Ach so! Wollen wir weiterspielen?", Rabensohn:" Ja, klar. Ich bin jetzt im Tor." Wie gesagt, politisches Interesse kann nicht früh genug anfangen. Wenigstens weiß mein Sohn, wer Angela Merkel ist. "Die ist wie die Sabine, die ist die Chefin vom Kindergarten, und die andere ist eben die Chefin von Deutschland."