Freitag, 15. April 2016

Quasselstrippenalarm



Meine Kinder haben sich zu richtigen Quasselstrippen entwickelt. Nicht nur, dass sie besonders wissbegierig und neugierig sind, nein, sie haben auch eine Menge zu erzählen. Philosophieren, schwadronieren und die kleinen Münder stehen niemals still. Besonders schwer und fast unerträglich ist die Situation im Auto. Denn da gibt es keinen Fluchtweg. Kein Essen, was in der Küche zubereitet werden muss, keine Bettwäsche, die im Schlafzimmer abgezogen werden muss, keine Wäsche, die auf dem Balkon aufgehängt werden muss. Es gibt nur das Auto und mich und meine beiden Quasselstrippen. Ich werde bombardiert mit Fragen, mit Erklärungen, mit Geschichten. Und jeder Satz, aber auch wirklich jeder, wird mit „Mama“ eingeleitet, und erst wenn ich einen Ton von mir gebe, wird losgequasselt. Sollte ich das Schweigen bevorzugen, wird nachgehakt. Unerbittlich. „Mama, Mama, ich will dir was erzählen.“ Ja, Kind. Ich sitze doch hier. Sprich. Du siehst mich doch. Und dann geht es los.... Salvenartig. Unermüdlich. Stundenlang. Von mir kommt ab und zu ein „Hmm“ oder ein „Aha“ oder ein „Gut“ und manchmal vielleicht auch ein „Ach, wirklich“. Doch auch Kinder werden größer. Und klüger. Und fordernder. „Mama, du hörst mir überhaupt nicht zu!“ „Hmmhm“.


Mittwoch, 24. Februar 2016

So wie du bist!

Lieber Rabensohn,

warum zweifelst du so an dir? Warum bist du oft so wütend auf dich und alle um dich herum? Wer gibt dir das Gefühl, das du nicht "genug" bist? Ich liebe dich, das musst du wissen. Und zwar genau so, wie du bist. Mit all deinen Eigenheiten. Ja, du bist oft jähzornig und dickköpfig, willst immer das letzte Wort haben und rastest aus, wenn du deinen Willen nicht bekommst. Ja und ich gebe zu, das ist schwer für mich. Aber du bist auch ein sensationell toller großer Bruder, ein sehr guter Sportler, hast ein riesengroßes Herz und setzt dich für andere ein. Du bist gut in der Schule, kannst super malen, bist neugierig und wissbegierig. Sei stolz auf dich!! Denn ich bin es. Denk immer daran, was du alles gut machst und nicht daran, was vielleicht gerade mal nicht so toll läuft. Zweifel nicht an dir, denn du bist wirklich ein liebenswerter und toller Junge und ich will keinen anderen Sohn als dich. Und lass dir niemals von jemand anderem, was anderes einreden. Es wird immer jemanden geben, der dich nicht mag und mit dir nicht klarkommt. Weißt du was - Scheiß drauf! Du musst nicht von jedem gemocht werden. Das Wichtigste ist, dass du dich selbst magst! Und ich finde, du bist genau richtig so, wie du bist.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachtswahnsinn

FROHE WEIHNACHTEN!!

Weihnachten gehört abgeschafft. Jedes Jahr wird es schlimmer. Noch mehr Geschenke, noch tolleres Essen, noch schönere Weihnachtskarten, höher, schneller, weiter. Die Kinder stehen seit Wochen unter Strom, die Stadt ist überfüllt, die Menschen hetzen von einem Geschäft ins nächste und kommen bepackt mit riesigen Tüten wieder raus. Ich bin in der Vorweihnachtszeit nur noch gestresst und denke mir "Was für ein Wahnsinn". Nächstes Jahr muss ich mir schon eine Woche vor Weihnachten frei nehmen, um alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe. Oder wir fahren einfach weg und lassen den ganzen Weihnachtsstress in Deutschland. Eigentlich war Heiligabend immer besinnlich. Die Zeit bis zur Bescherung haben wir für Spaziergänge oder letzte Treffen mit Freunden genutzt. Doch in den letzten Wochen hat ein Termin den nächsten gejagt, so dass der Hausputz auf heute verlegt werden musste. So schrubbe ich also noch kräftig die Böden und habe keine Zeit für die schönen Dinge. Tja, Weihnachtszeitmanagement - Fehlanzeige. Wenigstens bei den Geschenken konnte ich dieses Jahr einen Riegel vorschieben und ergebe mich nicht dem allgemeinen Wahnsinn, dass es immer mehr geben muss. Bei uns gibt es dieses Jahr vor allem praktische Dinge. Zum Beispiel die Koffer, mit denen wir dann nächste Weihnachten verreisen werden!

Montag, 14. Dezember 2015

Sind nur meine Kinder so?

Ich liebe meine Kinder. Sehr sogar. Aber sie sind wirklich Nervensägen. Große Nervensägen. Wenn ich für jedes "MAMA" einen Euro bekommen würde, dann wäre ich innerhalb kürzester Zeit Millionärin. Bin ich aber leider nicht. Schade, denn dann könnte ich mir ne Nanny leisten. Na ja, ich frage mich jedenfalls, warum man jeden Satz mit "Mama" anfangen muss. Kann das Kind denn nicht einfach etwas loswerden, ohne alles mit "Mama" einzuleiten? Und warum kapiert es meine fünfjährige Tochter nicht, dass es reicht, wenn sie mich einmal ruft, ich ihr antworte und sie mich danach nicht noch dreimal rufen muss. Eine alte Frau ist doch kein D-Zug. Da klingelt dann die "MAMA"-Kasse ganz gewaltig. Aber eben leider nicht real. Jedenfalls gehen mir meine Kinder manchmal gewaltig auf die Nerven. Wenn mein Achtjähriger seine kleine Schwester wiedermal piesackt und auch nach der dritten Bitte von mir, dies doch endlich zu unterlassen nicht aufhört, platzt mir eben die Hutschnur. Ich kann es nämlich einfach nicht verstehen, was man an meiner Bitte nicht verstehen kann. Aber so ist Rabensohn eben: Auf dem einem Ohr taub und auf dem anderen hört er leider nichts. Aber Rabentochter steht ihm in nichts nach. Gefühlte einhundertmal habe ich ihr inzwischen erklärt, dass ich auch sehr gerne mit ihr kuschle, dass es mir aber gar nicht gefällt, wenn sie mit voller Wucht auf mich draufspringt. 20 Kilo Lebendgewicht sind kein Pappenstiel. Aber nicht nur die Ohren meiner Kinder funktionieren nicht richtig, auch an den Augen muss irgendetwas sein. Oder wieso passiert es immer wieder, dass ich telefoniere und Kind 1 oder 2 platzt mitten in das Gespräch und quatscht mich von der Seite aus voll. Liebes Kind, siehst du denn das Telefon nicht? Und nein, ich halte mir das Telefon nicht ans Ohr, weil ich kalte Ohren habe. Ich telefoniere! Und ich kann deine dringende unaufschiebbare Frage, warum der Niki von nebenan gestern dreimal hintereinander pupsen musste, jetzt nicht beantworten. Ich sag ja, Nervensägen. Abends ist es besonders schlimm. Das Zubettgehen ist für mich jedes Mal ein Spießrutenlauf, und wenn ein beruflicher Termin winkt, dann versetzte ich Berge, damit ich ihn wahrnehmen kann und nicht die Kinder ins Bett bringen muss. Rabentochter wälzt sich mindestens 30 mal hin und her, bevor sie ihre Schlafposition gefunden hat und Rabensohn hat immer noch eine letzte Frage. Und dann noch eine Letzte. Und jetzt wirklich die Allerletzte. Bevor dann die Allerallerletzte kommt. Wenn das Zubettgehen endlich geschafft ist, fühle ich mich wie nach einem Halbmarathon. Sind eigentlich nur meine Kinder so anstrengend? Ich habe das Gefühl, ja. Was machen andere Eltern anders? Oder sind die anderen Kinder einfach weniger anstrengend? Und warum hat mich eigentlich niemand gewarnt, bevor ich mich dazu entschlossen habe Kinder zu bekommen? Ich dachte immer, Kinder werden erst richtig anstrengend in der Pubertät. Und davor ist alles super. Abends gehen sie brav ins Bett, weil sie vom Tag geschafft sind und tagsüber beschäftigen sie sich und spielen miteinander. Fehlanzeige, am liebsten wäre den beiden Dauerbespaßung durch Animateurin Mama. Aber auch Mama hat mal Feierabend und der ist zum Glück JETZT! Und wenn ich mir die Beiden so betrachte, wie sie eng aneinander gekuschelt in MEINEM Bett liegen, dann sind all die grauen Haare, die ich mir raufe, all die Falten, die ich durch die Beiden bekomme, vergessen. Denn jetzt sehen sie aus wie Engelchen, die kein Wässerchen trüben können. Wie die liebsten Kinder der Welt. Und das sind sie ja auch. Sagen jedenfalls die anderen über sie ;-)

Montag, 21. September 2015

Sei wie du bist!


Schon die Kleinsten fangen an, an sich rumzumäkeln. Werbung, die Gesellschaft, die Eltern, andere Kinder - ich weiß nicht, wer den Kleinen ständig einredet sie müssten schlank, klug, sportlich, interessiert an allem, musisch und und und sein. Lassen wir sie doch einfach erst mal Kind sein. Sich ausprobieren, sich ein paar Pfunde anfuttern (natürlich nicht zu viel, denn die Gesundheit soll auf keinen Fall darunter leiden!!), heute Fußball mögen und morgen Ballett. Und ihnen bitte immer das Gefühl geben, dass sie gut sind, so wie sie sind. Denn auch wenn unsere Körper nicht perfekt sind und unsere Talente so unterschiedlich wie Farben, jeder hat doch etwas, was er ganz besonders an sich mag. Und was ihn oder sie einzigartig macht.


Sonntag, 20. September 2015

Notiz am Rande - Rabentochter lernt schreiben


Juhu, Rabentochter ist noch keine Fünf und kann schon lesen und schreiben. Sie fängt jedenfalls damit an und übt kräftig, sodass es von Tag zu Tag besser wird. Natürlich schwillt meine Mutterbrust vor Stolz. Denn Rabentochter bringt sich das Lesen und Schreiben selbst bei und das gar nicht schlecht. Doch muss es denn unbedingt sein, für die Schreibübungen die Zimmerwand zu benutzen? Ich wähnte Rabentochter kuschelig in ihrem Bett sitzend, einer Hörspiel-CD lauschend. Als mich der Ruf: "Mama, komm mal!" aus dem Kinderzimmer erreichte, dachte ich mir natürlich nichts Böses dabei. Stolz präsentierte mir Rabentochter ihr Werk. Sie hatte ihre Zimmerwand mit den Namen ihrer Freunde verziert. Nach dem Ärger über die versaute Wand, kam auch ein klein bisschen der Stolz durch - denn allzu viele Schreibfehler konnte ich nicht entdecken. Dennoch hat Rabentochter jetzt von mir eine Strafarbeit bekommen. Sie muss hundert Mal schreiben: "Ich schreibe nicht auf Wände, Möbel und Türen!" ;-)

Notiz am Rande - Aufklärung to go

Neulich. Im Urlaub. In einem beschaulichen französischen Fischerdörfchen. Wir schlenderten mit Hunderten anderen Touristen durch die engen Gassen des Städtchens und betrachteten Schaufenster, Promis, Touris und die Auslagen, die angeboten wurden. Da blieb Rabensohn plötzlich vor einer Apotheke vor einem Automaten mit Verhüterlis stehen und fragte: "Mama, was ist denn das?" Nun bin ich leider mit dem angeborenen KNL-Syndrom auf die Welt gekommen. Das Kann-Nicht-Lügen-Syndrom. Und es gab nur eine einzige Antwort, die ich geben konnte: "Das brauchen Männer und Frauen, wenn sie keine Babys bekommen wollen." Ups. Da hatte ich mich selbst in die Bredouille gebracht. Mein achtjähriger Rabensohn weiß zwar schon, wie Babys entstehen. Aber er ist auch fest davon überzeugt, dass Mama und Papa das eben gerade ganze zwei mal gemacht haben. Nämlich um ihn und seine Schwester zu zeugen. Und das war es dann auch schon. Ich befand mich in einer misslichen Lage, denn die Nachfragen kamen natürlich prompt. "Hä, wieso braucht man das, wenn man eigentlich Babys machen will. Das ist doch Quatsch!" Dass es eben auch Lust und Begierde gibt, die dazu führen, dass Mann und Frau miteinander schlafen, dass weiß Rabensohn noch nicht. Geschweige denn, dass er den Ausdruck kennt. Da stand ich nun, mitten im beschaulichen französischen Fischerdorf, umzingelt von allerlei vielsprachigen Touristen und musste meinem Rabensohn erklären, wozu man Präservative benutzt. Mein Hilfe suchender Blick nach Rabenvater wurde von diesem geflissentlich übersehen. Tja, geschah mir recht. Hatte ich mich ja selbst in diese Lage gebracht. Warum konnte ich nicht einfach lügen und sagen, dass ich auch nicht wüsste, wozu dieser Automat gut sein soll. Im Weitergehen, zwischen Franzosen, Italienern, Amerikanern und Deutschen versuchte ich, Rabensohn aufzuklären. Ich bin kein Freund von sehr umständlichen Umschreibungen, die das Kind nachher ratloser zurücklassen als vorher. Also versuchte ich ihm in einfachen Worten zu erklären, wie das so läuft mit Mann und Frau, wenn sie sich lieb haben, miteinander schlafen und dennoch kein Baby wollen. Und das das Präservativ den Samen des Mannes auffängt wie eine Tüte und dann weggeworfen werden kann. Unterbrochen wurde meine Aufklärung to go immer wieder von Touristen, denen wir in den engen Gassen ausweichen mussten. Und irgendwann, bevor ich ans Ende meiner Ausführungen kam, hatte Rabensohn schon das Interesse an dem Automaten verloren und die nächste interessante Sache entdeckt. Meinen puterroten Kopf und die Schweißperlen, die mir den Rücken runterliefen, hatte zum Glück niemand bemerkt.