Mit meinem Blog möchte ich anderen Müttern Mut machen, dass nicht immer alles perfekt sein muss und dass Rabenmütter definitv besser sind, als ihr Ruf.
Samstag, 18. Juli 2015
Ich mach mein Ding!
Und wieder liegt ein wirklich anstrengender Tag hinter mir. Ich komme nach Hause und sehne mich nach meiner Couch und meiner Lieblingsfernsehsendung. Mich einfach berieseln lassen. Abschalten. Gut okay, die Kinder wollen auch irgendwann bespaßt werden. Aber nein, ich kann jetzt nicht. Ich knalle meine Tasche in die Ecke, gebe Schatzi einen Kuss und schalte die Glotze an. Klar, dass die Kinder wie die Motten um das Licht tanzen. Die Glotze zieht sie magisch an. Gerade eben noch haben sie schön gespielt und jetzt sitzen sie neben mir und starren in den viereckigen Kasten. Ist doch egal, Hauptsache Ruhe. Endlich ist es Zeit fürs Abendessen. Auf dem Weg zum Esstisch stolpere ich über die Tasche mit den restlichen Badesachen, die da seit Tagen rumsteht. Ach, soll sie doch jemand anderes aufräumen. Ich kann ja einen Bogen drum herum machen. Nach dem Essen schnell die Kinder ins Bett gebracht. Na ja ein Kind, der Große kann das ja auch schon alleine. Und dann wieder nichts wie ab vor die Glotze. Da steht Schatzi in der Tür und klagt über Kopf und Gliederschmerzen. Nein, nicht auch noch das, denke ich bei mir. Ich will mich nicht auch noch kümmern müssen. Einfach den Ton vom Fernseher etwas lauter gedreht. Wird schon wieder, Schatzi! Endlich habe ich meine Ruhe. Alle schlafen. Ich zappe mich durch die halbe Nacht. Ach, bleib ich morgen einfach ein bisschen länger liegen, Schatzi kann sich ja um die Kinder kümmern. Das bisschen Fieber und der leichte Schüttelfrost, so schlimm wird's schon nicht sein. Ich drehe mich noch mal um und gleite hinüber in sanfte Träume. Ich sollte mal wieder ein bisschen Sport machen. Also schnell angemeldet zur nächsten Sportveranstaltung. Dumm nur, dass ich dafür einen Tag freinehmen muss. Ich erinnere mich vage daran, dass Schatzi auch mal etwas erwähnt hat, von "Tag freinehmen", "gemeinsam ohne Kinder etwas unternehmen", "Zeit zu zweit". Ach, nicht so wichtig. Ich will Sport machen! Dumm nur, dass ausgerechnet an dem Tag Schatzi länger arbeiten muss. Wer soll sich denn jetzt um die Kinder kümmern? Ach, wird schon irgendwie gehen. Oma ist ja auch noch da. Ist doch schön, wenn man so eine tolle Familie hat, wo alle mithelfen. Ach geht's mir gut. Ein interessanter Job, der alles abverlangt, tolle Kinder und noch genügend Zeit für mich. Herrlich. Es ändert sich nichts, wenn man Familie hat. Es wird alles noch schöner. Aber sonst ändert sich gar nichts. Ich mach mein Ding! Denn: Ich bin ein Mann!
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Dienstag, 14. Juli 2015
Schlafenszeit - und Action!
Jeden Abend dasselbe Spiel. Ich bereite die Kinder langsam und Schritt für Schritt darauf vor, dass jetzt gleich Schlafenszeit ist. Wir sprechen ruhiger, schauen uns Bücher an, lesen vor, hören vielleicht noch ein bisschen sanfte Musik. Ballspielen, rumtoben, laut sein… das alles hat jetzt Feierabend. Schlafanzug an, Zähne geputzt, Gesicht gewaschen und noch schnell ein letzter Pippigang. Die Rabenkinder liegen mit müden Augen gähnend in ihren Betten. Ich freue mich schon auf mein Date mit der Couch und die ruhigen Stunden am Abend. Doch dann… Rabenvater kommt nach Hause. Wie ein Bulldozer prischt er durch das Kinderzimmer: "Hallo hier bin ich! Lasst uns spielen!" Und meine ganze Abendzeremonie war für'n A…. Warum machen die Männer das immer? Klar haben sie die Kinder den ganzen Tag lang nicht gesehen und wollen jetzt auch noch was von ihrem Nachwuchs haben. Aber muss es denn immer Action sein. Geht das nicht auch ruhig und sanft und mit Weitblick auf den bevorstehenden Schlaf. NEIN. Krawall! Toben! Noch mal richtig aufdrehen! Macht doch nichts! Doch macht schon was. ICH sitze nachher eine halbe Stunde an Rabentochters Bett und halte Händchen, weil sie keine Ruhe findet. ICH stehe später fünfmal von der Couch auf, weil Rabensohn im Wohnzimmer steht und jammert "Ich kann nicht schlafen!" Komisch. Warum nur? Das Toben, Aufdrehen und Spaß haben wird auf meinem Rücken ausgetragen. Und das ärgert mich. Und genau deswegen bin auch immer ich der Spaßverderber. Denn ICH muss zusehen, wie ich die Kinder nach diesem Tohuwabohu ins Bett bekomme. Rabenvater hockt auf der Couch und zappt sich durch die Kanäle. Er hat ja jetzt Feierabend. Ja, den hätte ich auch schon vor einer Stunde gehabt. Wäre nicht der Bulldozer gekommen!
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Donnerstag, 9. Juli 2015
Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind? NIE!
Das Max-Planck-Institut hat jetzt in einer Studie herausgefunden, dass die magische Zahl für das erste Kind jenseits der 34 liegt. Mich haben die aber nicht gefragt! Das soll also der richtige Zeitpunkt für ein Kind sein? Höre ich doch sonst immer, dass es den eigentlich gar nicht gibt. Ich glaube den gibt es schon, nur wir wissen ihn nicht. Und auch die wissenschaftlichen Forschungen können mich da nicht so recht überzeugen. Hätte ich mit Anfang 20 Kinder bekommen, dann wäre ich jetzt fein raus. Die Kinder aus dem Haus. Ich könnte mich meinem Leben widmen. Nicht für die Familie opfern. Aber würde ich das tun? Hätte ich noch Lust auf Disko und Tralala? Ich glaube kaum, denn mein Alter wäre dasselbe. Ich denke schon, dass vieles einfacher ist, wenn man jung Kinder bekommt. Die Energie ist eine andere. Früher konnte ich die Nacht zum Tage machen und war dennoch am nächsten Tag einsatzbereit und fit. Heute falle ich um halb elf todmüde ins Bett und fühle mich am nächsten Morgen immer noch so. Oder lieber richtig spät Kinder bekommen? So mit Anfang 40. Wenn man schon viel erlebt und gesehen hat. Die Nächte in den Clubs ausgekostet hat, Karriere gemacht hat, geliebt, gelebt, gelitten hat? Gelassener den Herausforderungen des Alltags entgegentreten kann? Ich weiß es nicht. Ich möchte jetzt mit 44 kein Kind mehr. Ich bin froh, dass das Windelwechseln, Popo abwischen und der Schlafmangel in der Nacht ein Ende haben. Langsam fange ich wieder an mich um mich zu kümmern. Die Kinder beschäftigen sich, sind bei Freunden, beim Sport oder in Kindergarten und Schule. Und wenn neben Job und Familie ein bisschen Zeit bleibt, dann bin ich mal dran. Ist auch dringend nötig. Denn ja, man wird nicht jünger. Und ich merke, dass ich einfach mehr Regenerationsphasen brauche. Ich bin überzeugt, mein optimaler Zeitpunkt für ein Kind wäre Anfang 30 gewesen. Studium beendet, die ersten Schritte auf der Karriereleiter erklommen, Nächte durchzecht, ein bisschen die Welt gesehen, bereit für ein Kind. Tja, das Leben ist aber kein Wunschkonzert. Der passende Mann war damals einfach nicht vorhanden. Und den braucht es eben auch für ein Kind. So musste ich mich noch ein paar Jahre gedulden. Was ich nicht bereue, sondern bedauere. Vielleicht wären aus den zwei Rabenkindern dann drei geworden. Vielleicht wäre ich gelassener und nicht immer so müde. Vielleicht würden mich die Zukunftsängste nicht so plagen. Wenn ich 60 bin, dann ist Rabentochter mit der Schule fertig. Und was wäre gewesen, wenn ich mit Anfang 20 Kinder bekommen hätte? Wäre das besser gewesen? Ich werde es nie erfahren. Denn es gibt immer nur einen Weg. Der, der für dich bestimmt ist und den du gehst. Deswegen gibt es keinen falschen Zeitpunkt für ein Kind. Es gibt nur den individuell richtigen. Sei es mit 20, 31 oder 42!
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Montag, 6. Juli 2015
Frauenversteher
Lieber Rabensohn,
ich habe eine Bitte an dich. Die Zeit vergeht so schnell. Lang wird es nicht mehr dauern, dann sprießen die ersten Bartstoppeln und aus meinem kleinen Racker wird ein Teenager und dann ein Mann. Auf diesem Wege werde ich dich begleiten und ich möchte dir den bestmöglichen Start ins Erwachsenenleben geben. Dazu gehört auch der richtige Umgang mit dem anderen Geschlecht. Ich kann dir folgenden Rat nur wärmstens ans Herz legen: Lieber Rabensohn, werde ein Frauenversteher! Auch wenn einige aus deiner Spezies das vielleicht als Schimpfwort ansehen und dich damit aufziehen werden, sei stark, werde ein Frauenversteher! Und ich verspreche dir, die Frauen werden dich dafür lieben. Dein Leben wird weniger anstrengend, du wirst die tollsten und ehrlichsten Frauen kennenlernen und eine glückliche Beziehung haben. Schau nur, es ist nicht schwer. So kompliziert sind wir Frauen doch gar nicht. Wir wollen nur ernst genommen werden, wertgeschätzt, mit Respekt behandelt und verstanden werden. Wenn wir uns mal wieder über unsere Figur beklagen, dann wollen wir aus dem Mund eines Mannes bestimmt nicht hören "Dann solltest du mal wieder Sport machen!" Wir wollen hören, dass wir toll aussehen und der Mann uns sexy findet, egal wie viele Kilos gerade mal wieder zu viel sind. Wenn wir Stress im Job haben, dann wollen wir keine guten Ratschläge von euch Männern haben, sondern eine starke Schulter zum Anlehnen und Ausheulen. Und glaube mir, lieber Sohn, es tut nicht weh, über Gefühle zu sprechen. Und es ist auch nicht unmännlich. Im Gegenteil. Ein Mann, der seine Gefühle zeigt, der um eine Frau kämpft, der ist einfach unwiderstehlich sexy. Trau dich nur! Du kannst nur gewinnen. Ein Frauenversteher hört zu, wenn SIE redet, und zappt sich nicht durch die Palette der vorhandenen Fernsehprogramme. Ein Frauenversteher bringt Blumen mit. Einfach so und nicht weil gerade Geburtstag oder Muttertag ist. Liebster Sohn, selbst ist der Mann. Also schnall die Küchenschürze um und stell dich an den Herd. Frauen lieben es, von ihrem Liebsten bekocht zu werden. Natürlich kalorienarm und nicht zu schwer verdaulich. Aber das versteht sich ja für einen Frauenversteher wie dich von selbst. Und kritisiere sie nicht beim Autofahren. Darauf reagieren Frauen ein bisschen empfindlich. Vielleicht sind wir beim Autofahren etwas vorsichtiger als ihr. Aber egal, beiß dir auf die Zunge. Irgendwie wird SIE schon mit ihrem Kleinwagen in die Lkw-große Parklücke reinkommen. Und auch wenn du nicht verstehen kannst, wie sie stundenlang mit ihrer Freundin am Telefon quatschen kann, obwohl sie sich erst eine Stunde zuvor im Café getroffen haben, tu einfach so, als sei es das Normalste der Welt. Gönn ihr die Kicherstunden mit ihren Freundinnen, gönn ihr das ausgiebige Schönheitsbad und räum in der Zeit einfach mal die Waschmaschine aus. Sie wird es dir danken und dich mal wieder mit den Jungs auf den Fußballplatz gehen lassen. Aber übertreib nicht! Jedes Wochenende muss ja nun wirklich nicht sein. Schenke ihr ein paar gemütliche Stunden zu Hause bei Kerzenschein und romantischer Musik. Auch wenn dir eher nach Neonlicht und knalligen Beats, als nach diesem Funkelkerzen-Romantik-Scheiß ist. Frauen stehen darauf. Also lieber Rabensohn, denke an meine Worte, wenn du groß und stark und verliebt bist: Hat Frau erst mal einen Frauenversteher an der Angel, will sie ihn so schnell nicht mehr hergeben. Und sie wird auch etwas mehr Verständnis für deine Touren mit den Jungs, deine rüden Witze und dein nächtliches Geschnarche aufbringen.
ich habe eine Bitte an dich. Die Zeit vergeht so schnell. Lang wird es nicht mehr dauern, dann sprießen die ersten Bartstoppeln und aus meinem kleinen Racker wird ein Teenager und dann ein Mann. Auf diesem Wege werde ich dich begleiten und ich möchte dir den bestmöglichen Start ins Erwachsenenleben geben. Dazu gehört auch der richtige Umgang mit dem anderen Geschlecht. Ich kann dir folgenden Rat nur wärmstens ans Herz legen: Lieber Rabensohn, werde ein Frauenversteher! Auch wenn einige aus deiner Spezies das vielleicht als Schimpfwort ansehen und dich damit aufziehen werden, sei stark, werde ein Frauenversteher! Und ich verspreche dir, die Frauen werden dich dafür lieben. Dein Leben wird weniger anstrengend, du wirst die tollsten und ehrlichsten Frauen kennenlernen und eine glückliche Beziehung haben. Schau nur, es ist nicht schwer. So kompliziert sind wir Frauen doch gar nicht. Wir wollen nur ernst genommen werden, wertgeschätzt, mit Respekt behandelt und verstanden werden. Wenn wir uns mal wieder über unsere Figur beklagen, dann wollen wir aus dem Mund eines Mannes bestimmt nicht hören "Dann solltest du mal wieder Sport machen!" Wir wollen hören, dass wir toll aussehen und der Mann uns sexy findet, egal wie viele Kilos gerade mal wieder zu viel sind. Wenn wir Stress im Job haben, dann wollen wir keine guten Ratschläge von euch Männern haben, sondern eine starke Schulter zum Anlehnen und Ausheulen. Und glaube mir, lieber Sohn, es tut nicht weh, über Gefühle zu sprechen. Und es ist auch nicht unmännlich. Im Gegenteil. Ein Mann, der seine Gefühle zeigt, der um eine Frau kämpft, der ist einfach unwiderstehlich sexy. Trau dich nur! Du kannst nur gewinnen. Ein Frauenversteher hört zu, wenn SIE redet, und zappt sich nicht durch die Palette der vorhandenen Fernsehprogramme. Ein Frauenversteher bringt Blumen mit. Einfach so und nicht weil gerade Geburtstag oder Muttertag ist. Liebster Sohn, selbst ist der Mann. Also schnall die Küchenschürze um und stell dich an den Herd. Frauen lieben es, von ihrem Liebsten bekocht zu werden. Natürlich kalorienarm und nicht zu schwer verdaulich. Aber das versteht sich ja für einen Frauenversteher wie dich von selbst. Und kritisiere sie nicht beim Autofahren. Darauf reagieren Frauen ein bisschen empfindlich. Vielleicht sind wir beim Autofahren etwas vorsichtiger als ihr. Aber egal, beiß dir auf die Zunge. Irgendwie wird SIE schon mit ihrem Kleinwagen in die Lkw-große Parklücke reinkommen. Und auch wenn du nicht verstehen kannst, wie sie stundenlang mit ihrer Freundin am Telefon quatschen kann, obwohl sie sich erst eine Stunde zuvor im Café getroffen haben, tu einfach so, als sei es das Normalste der Welt. Gönn ihr die Kicherstunden mit ihren Freundinnen, gönn ihr das ausgiebige Schönheitsbad und räum in der Zeit einfach mal die Waschmaschine aus. Sie wird es dir danken und dich mal wieder mit den Jungs auf den Fußballplatz gehen lassen. Aber übertreib nicht! Jedes Wochenende muss ja nun wirklich nicht sein. Schenke ihr ein paar gemütliche Stunden zu Hause bei Kerzenschein und romantischer Musik. Auch wenn dir eher nach Neonlicht und knalligen Beats, als nach diesem Funkelkerzen-Romantik-Scheiß ist. Frauen stehen darauf. Also lieber Rabensohn, denke an meine Worte, wenn du groß und stark und verliebt bist: Hat Frau erst mal einen Frauenversteher an der Angel, will sie ihn so schnell nicht mehr hergeben. Und sie wird auch etwas mehr Verständnis für deine Touren mit den Jungs, deine rüden Witze und dein nächtliches Geschnarche aufbringen.
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Montag, 29. Juni 2015
Krawumm – Peng – Bumm
Bei Jungs ist alles laut. Sie
sprechen laut, sie laufen laut, sie schlafen laut. Ruhe. Fremdwort. Wenn
Rabensohn Freunde zu Besuch hat, wird das Kinderzimmer zum Fußballstadion. Es
wird gegrölt, gebollert, gelärmt. Ruhige Beschäftigung mit LEGO oder Ähnlichem - Fehlanzeige. Nur was laut ist, ist gut.
Wenn Rabenmann die Spülmaschine ausräumt, habe ich Angst ums Hochzeitsgeschirr.
So laut knallen Teller und Gläser zusammen. Wenigstens räumt er die
Spülmaschine aus. Also, was beschwere ich mich eigentlich? Aber muss das denn
morgens um halb sieben sein, wenn ich noch fünf Minuten ruhen will, bevor der
Tagesalltag wieder losgeht? Beim nächtlichen Klogang von Rabensohn oder
Rabenvater stehe ich senkrecht im Bett, weil ich das Gefühl habe eine Herde
Elefanten rennt durch meine Bude. Musik zum Essen? Sehr schön. Aber wenn wir
uns anschreien müssen, um eine Unterhaltung zu führen, dann ist sie eindeutig
zu L A U T. „Wieso, ist doch genau richtig“, meckern Rabenmann und
Rabensohn. Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass Männer die Frauen oft nicht
richtig verstehen können, weil deren Stimmfrequenz zu hoch für das männliche
Ohr ist. Vielleicht sprechen wir auch einfach nur zu leise für das männliche
Ohr. Ich sollte es mal mit Schreien probieren, um besser gehört zu werden. Und
erst der Fernseher. Gehe ich vor Rabenmann ins Bett, weil ich einfach keine
Lust mehr auf Glotze habe, kann ich dennoch sichergehen, dass ich nichts
verpasse. Den ganzen Tag Lärm, Radau, Krawall. Dabei will ich doch nur eins:
Ein bisschen Ruhe. Nicht ständig das Gefühl haben, ich stehe direkt an der
Startbahn West oder an einem Knotenpunkt der A5. Völlig verzweifelt rette ich
mich zu Rabengroßmutter, in der Hoffnung ein bisschen Ruhe tanken zu können.
Rückwärts falle ich wieder zur Tür raus: Rabengroßmutter spielt mit Rabentochter.
Gefühlte Dezibelzahl über 120. Mädels, das ist Verrat. Wir sind doch eigentlich
leise....
P.S.: Die normale
Gesprächslautstärke liegt übrigens bei 40 bis 60 dB. Schon hierbei kann die
Konzentration gestört werden.
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Donnerstag, 23. April 2015
Ich hasse Kindergeburtstage
Es ist mal wieder so weit - Rabensohn hat Geburtstag! Und ich schäme mich. Mit meinem kläglich vorbereiteten Geburtstagstisch. Keine Girlanden, keine Fanfaren, keine 1000 Geschenke… Und auch der Geburtstagskuchen ist Standard: Schokorührkuchen mit bunten Streuseln. Und die Kerzen musste ich von Rabentochter klauen, da ich wieder mal vergessen hatte, welche zu kaufen. Furchtbare Rabenmutter. Wenn ich mir da andere Freundinnen anschaue, was die alles auffahren, wenn die Liebsten Geburtstag haben, dann schäme ich mich noch mehr. Ich kann das einfach nicht. Ist mir auch irgendwie nicht so wichtig. Gebe ich ja zu. Klar ist es schön, jemandem zum Geburtstag eine Freude zu machen, alles liebevoll zu verpacken und hier noch ein Gimmick und da noch ein Gimmick. Ich will's den Kindern ja auch schön machen. Soll ja auch schön sein, der Geburtstag. Aber ich kann's einfach nicht. Ist ja nicht so, dass ich mich nicht bemühe. Muffins, Schokokuchen, Zimtschnecken, alles Handarbeit. Aber mit der Deko will es einfach nicht klappen. Und was soll ich sagen: Rabensohn hat's null gejuckt. Der freut sich einfach nur über seine Geschenke und dass er heute Mittag mit seinen Buddys Fußball spielen kann. Ohne viel Deko!
Und wann fing das eigentlich an, dass die Kinder bei Einladungen zu Geburtstagsfeiern mit mehr Geschenken zurückkamen, als sie losgezogen sind. Da werden Taschen voll Gummibärchen, Radiergummi, Haarschmuck, Malbücher, T-Shirts, Spielzeug und was weiß ich noch alles nach Hause geschleppt. Das setzt mich unter Druck. Muss das so sein? Ich entscheide NEIN. Und ganz ehrlich, das ist nicht das, was ich meinen Kindern vermitteln will. 1) Du schenkst was, also bekommst du auch was geschenkt. 2) Geburtstage sind für die Geschenke da. Klar sind die Geschenke wichtig. Aber es muss sich doch im Rahmen halten. Und schenken soll man von Herzen und nicht weil man eine Gegenleistung erwartet. In diesem Sinne gibt es heute zwar eine kleine Tüte mit drei Gummibären und einem Bleistift. Denn ehrlich gesagt, so ein bisschen habe ich das Gefühl ich muss mich dem Druck beugen. Und ach was soll's: Kommt ja von Herzen.
P.S.: Es war ein wunderschöner, entspannter Tag. Mein Sohn hatte die geniale Idee seinen Geburtstag auf die Wiese zu verlegen und mit ein paar Jungs zu kicken. Die Jungs hatten Spaß, mein Sohn war glücklich und so war ich es auch. Der nächste Kindergeburtstag kann kommen - ich bin bereit!!
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Freitag, 3. April 2015
Die guten alten Zeiten
Neulich schaute sich Rabensohn auf unserem digitalen Fotorahmen (der quasi nie im Einsatz ist!, ist ja sicher auch schon wieder unmodern) Fotos von einem Urlaub in Italien 2011 an. Rabentochter war damals knapp ein Jahr, Rabensohn 4 1/2. Aus tiefster Brust entsprang Rabensohn plötzlich ein großer Seufzer: "Ach ja, die guten alten Zeiten!" Dieser eine Satz aus diesem noch so jungen Mund mutet komisch an. Und das in doppelter Hinsicht: Klingt er doch ein bisschen altklug aus dem Mund eines Siebenjährigen. Okay, fast acht. Zum anderen frage ich mich, was ein fast Achtjähriger denn an seiner Zeit auszusetzen hat, dass er sich jetzt schon nach den guten alten Zeiten sehnt? Und war früher wirklich alles besser? Für meinen Sohn ist früher gerade mal vier Jahre her, für mich 40. War denn damals alles besser? Das denke ich manchmal schon.
Waren die Kinder weniger anstrengend? Waren die Eltern weniger von Sorgen um das Wohl des Kindes geplagt? Waren die guten alten Zeiten besser? Sie waren anders. Das ist unstrittig. Wie war es, als ich Kind war? Ich denke schon, dass ich mich besser alleine beschäftigen konnte, als meine beiden Rabenkinder. Ich musste nicht den ganzen Tag bespasst werden und laaaaaangweilte mich auch nicht so wahnsinnig schnell. Aber ich mache meinen Kindern keinen Vorwurf, dass sie so sind, wie sie sind. Werden sie doch in Ganztageskitas und Ganztagsschulen den ganzen Tag beschäftigt. Sogar pädagogisch wertvoll. Aber immer auch einem Lärmpegel ausgesetzt, der einen irgendwann nur noch wie einen Duracellhasen durch die Gegend springen lässt, weil man nicht mehr abschalten kann. Und wir Erwachsenen tun noch das unsere dazu. Wörter wie gleich, schnell, mal kurz, eben noch… hören unsere Kinder doch ständig. "Ich muss noch eben meine Mails checken.", "Ich muss noch schnell telefonieren!", "Ich muss noch kurz dies oder das oder jenes!". Abschalten. Runterkommen. Fast unmöglich. Früher kam ich um 12 Uhr aus der Schule, dann gab es Mittagessen und während Mama die Küche aufräumte, machte ich Hausaufgaben oder spielte in meinem Zimmer. Danach ging es raus auf die Straße zum Spielen oder zu Nachbarskindern. Fernsehen gab es sowieso nicht. Gab ja nur drei Programme - und wer wollte schon Telekolleg anschauen? Und irgendwie verlief auch der Abend etwas ruhiger als heutzutage. Die Rabenkinder drehen oftmals abends noch so richtig auf und es wird getobt, was das Zeug hält. Woher nehmen sie nur diese Energie? Immer unter Strom. Sowie die meisten Geräte in unserem Haushalt. Immer Angst, etwas verpassen zu können. So wie die meisten meiner Freunde und Kollegen (ich nehme mich da nicht aus) - immer online. Bloß keine News verpassen.
Früher war es weniger anstrengend. Da bin ich sicher. Meine Eltern, wie sicherlich die meisten Eltern dieser Generation, haben sich weniger Gedanken darüber gemacht, was die beste Erziehung und Förderung ihrer Kinder ist. Kaum einer hat doch damals darüber nachgedacht, dass es schädlich für die Bindungsentwicklung ist, ein Baby schreien zu lassen. Unsere Großmütter waren sogar der Meinung, das Schreien kräftigt die Lungen. Heutzutage können wir jeden kleinsten Pups des Kindes googeln, und irgendein selbsternannter Sigmund Freud erzählt uns, was wir unseren Kindern durch dieses und jenes Verhalten antun. Auf unser Bauchgefühl verlassen wir uns doch schon lange nicht mehr. Es gibt doch Professor Doktor Google, der uns sagt, was wir alles falsch machen. Gut früher galt auch der Spruch: " Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet." Ich sag ja auch nicht, dass früher alles besser war. Aber ich denke, vieles war einfacher, weil man nicht so viel Informationen hatte wie heute. Und gerade diese Flut an Informationen, was ist gut für mein Kind, wie soll es schlafen, essen, spielen, wann soll es sprechen, laufen, schreiben, lesen… diese Flut überfordert uns. Wie sollen wir denn da noch wissen, was jetzt wirklich gut für unser Kind ist? Klar, früher gab es auch die Besserwisser-Muttis, die überm Gartenzaun hingen und die Nachbarskinder beäugt haben und sich dann bei Mama über einen beschwert haben. Aber heute wird bei Streitigkeiten nicht mal mehr der direkte Kontakt gesucht. Da wird über What's App, über den Schulleiter und im schlimmsten Fall sogar gleich über den Anwalt kommuniziert, dass mein Goldschätzchen ihrem Goldschätzchen das Schäufelchen weggenommen hat.
Meine Eltern haben bestimmt viel falsch gemacht. Ganz sicher. Denn es gab keine Kurse fürs Elternsein. Aber meine Eltern haben auch wahnsinnig viel richtig gemacht. Denn sonst wäre ich heute nicht der Mensch, der ich bin. Und ich mag mich eigentlich ziemlich gern. War früher also doch alles besser? In den guten alten Zeiten? Ja, auch ich sehne mich manchmal nach den guten alten Zeiten zurück. Aber ich lebe jetzt und ich habe jetzt Kinder, die es gilt zu selbstbewussten, glücklichen Menschen zu machen. Deswegen verbrenne ich jetzt alle Ratgeber, lösche Google als Startseite und storniere den Elternkurs. Ich höre auf mein Herz und vertraue auf meinen Instinkt. Und dann darf Rabensohn in 40 Jahren gerne sagen: "Ach ja, die guten alten Zeiten!"
Waren die Kinder weniger anstrengend? Waren die Eltern weniger von Sorgen um das Wohl des Kindes geplagt? Waren die guten alten Zeiten besser? Sie waren anders. Das ist unstrittig. Wie war es, als ich Kind war? Ich denke schon, dass ich mich besser alleine beschäftigen konnte, als meine beiden Rabenkinder. Ich musste nicht den ganzen Tag bespasst werden und laaaaaangweilte mich auch nicht so wahnsinnig schnell. Aber ich mache meinen Kindern keinen Vorwurf, dass sie so sind, wie sie sind. Werden sie doch in Ganztageskitas und Ganztagsschulen den ganzen Tag beschäftigt. Sogar pädagogisch wertvoll. Aber immer auch einem Lärmpegel ausgesetzt, der einen irgendwann nur noch wie einen Duracellhasen durch die Gegend springen lässt, weil man nicht mehr abschalten kann. Und wir Erwachsenen tun noch das unsere dazu. Wörter wie gleich, schnell, mal kurz, eben noch… hören unsere Kinder doch ständig. "Ich muss noch eben meine Mails checken.", "Ich muss noch schnell telefonieren!", "Ich muss noch kurz dies oder das oder jenes!". Abschalten. Runterkommen. Fast unmöglich. Früher kam ich um 12 Uhr aus der Schule, dann gab es Mittagessen und während Mama die Küche aufräumte, machte ich Hausaufgaben oder spielte in meinem Zimmer. Danach ging es raus auf die Straße zum Spielen oder zu Nachbarskindern. Fernsehen gab es sowieso nicht. Gab ja nur drei Programme - und wer wollte schon Telekolleg anschauen? Und irgendwie verlief auch der Abend etwas ruhiger als heutzutage. Die Rabenkinder drehen oftmals abends noch so richtig auf und es wird getobt, was das Zeug hält. Woher nehmen sie nur diese Energie? Immer unter Strom. Sowie die meisten Geräte in unserem Haushalt. Immer Angst, etwas verpassen zu können. So wie die meisten meiner Freunde und Kollegen (ich nehme mich da nicht aus) - immer online. Bloß keine News verpassen.
Früher war es weniger anstrengend. Da bin ich sicher. Meine Eltern, wie sicherlich die meisten Eltern dieser Generation, haben sich weniger Gedanken darüber gemacht, was die beste Erziehung und Förderung ihrer Kinder ist. Kaum einer hat doch damals darüber nachgedacht, dass es schädlich für die Bindungsentwicklung ist, ein Baby schreien zu lassen. Unsere Großmütter waren sogar der Meinung, das Schreien kräftigt die Lungen. Heutzutage können wir jeden kleinsten Pups des Kindes googeln, und irgendein selbsternannter Sigmund Freud erzählt uns, was wir unseren Kindern durch dieses und jenes Verhalten antun. Auf unser Bauchgefühl verlassen wir uns doch schon lange nicht mehr. Es gibt doch Professor Doktor Google, der uns sagt, was wir alles falsch machen. Gut früher galt auch der Spruch: " Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet." Ich sag ja auch nicht, dass früher alles besser war. Aber ich denke, vieles war einfacher, weil man nicht so viel Informationen hatte wie heute. Und gerade diese Flut an Informationen, was ist gut für mein Kind, wie soll es schlafen, essen, spielen, wann soll es sprechen, laufen, schreiben, lesen… diese Flut überfordert uns. Wie sollen wir denn da noch wissen, was jetzt wirklich gut für unser Kind ist? Klar, früher gab es auch die Besserwisser-Muttis, die überm Gartenzaun hingen und die Nachbarskinder beäugt haben und sich dann bei Mama über einen beschwert haben. Aber heute wird bei Streitigkeiten nicht mal mehr der direkte Kontakt gesucht. Da wird über What's App, über den Schulleiter und im schlimmsten Fall sogar gleich über den Anwalt kommuniziert, dass mein Goldschätzchen ihrem Goldschätzchen das Schäufelchen weggenommen hat.
Meine Eltern haben bestimmt viel falsch gemacht. Ganz sicher. Denn es gab keine Kurse fürs Elternsein. Aber meine Eltern haben auch wahnsinnig viel richtig gemacht. Denn sonst wäre ich heute nicht der Mensch, der ich bin. Und ich mag mich eigentlich ziemlich gern. War früher also doch alles besser? In den guten alten Zeiten? Ja, auch ich sehne mich manchmal nach den guten alten Zeiten zurück. Aber ich lebe jetzt und ich habe jetzt Kinder, die es gilt zu selbstbewussten, glücklichen Menschen zu machen. Deswegen verbrenne ich jetzt alle Ratgeber, lösche Google als Startseite und storniere den Elternkurs. Ich höre auf mein Herz und vertraue auf meinen Instinkt. Und dann darf Rabensohn in 40 Jahren gerne sagen: "Ach ja, die guten alten Zeiten!"
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