Dienstag, 19. November 2013

Notiz am Rande - Abgehört

Ich bin weder ein Fan der NSA noch gehöre ich dem Deutschen Bundesnachrichtendienst an, aber ich gestehe, letztens in der S-Bahn musste ich einfach mithören. Wenn es geht, vermeide ich öffentliche Verkehrsmittel. Ist einfach nicht so mein Ding. Und da wir mitten in der Stadt wohnen, bevorzuge ich das Fahrrad, meine eigenen Füße oder das Auto. Aber es gab keine Wahl, ich musste zum Flughafen und das ging nun mal am Besten mit der S-Bahn. Wie gesagt, gibt es Schöneres als sich mit wildfremden Menschen, wie die Sardinen in einen fahrbaren Wagen quetschen zu lassen. Aber da saß ich nun und war quasi gezwungen das Gespräch meiner Mitfahrer anzuhören. Ein weiterer Grund, warum ich nicht gerne öffentlich fahre. Man kann sich den Unterhaltungen der Anderen nur schwer entziehen. Mir gegenüber saßen zwei junge Menschen (Mann und Frau). Etwa 19 oder 20 Jahre alt. Die beiden unterhielten sich über ihr gerade begonnenes Studium und warum sie sich gerade für den von ihnen gewählten Studiengang entschieden haben. Nicht gerade sehr interessant. Aber dann mussten meine Rabenmutterohren doch genauer hinhören, denn die junge Frau sagt, sie hätte ja auch etwas anderes studieren können, um dann richtig Karriere zu machen. Aber sie habe sich für genau diesen Studiengang entschieden, da sie mal Kinder wolle und es dann ja sowieso so wäre, dass der Mann arbeiten geht und die Frau sich um Kinder und Haushalt kümmere. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Wo hin ist die Emanzipation verschwunden? Klar, auch in meiner Generation gibt es noch viele Paare, sehr viele, die dieses Modell leben. Aber ich hatte doch die Hoffnung, dass sich das in der nächsten Generation ändern wird. Der junge Mann, mein Held des Tages, meinte: "Hallo, auch wir Männer wollen Kinder und uns um sie kümmern!". Darauf die junge Frau: "Ja, klar. Aber letztendlich bleibt doch eh alles an der Frau hängen!" Okay, ich gebe zu, sie hat ja Recht. Aber warum muss das denn so bleiben? Liebe zukünftige Mütter dieser Welt, ändert doch bitte was und traut den Männern ein bisschen mehr Verantwortung und Engagement zu. Anscheinend sind sie bereit dazu!

1 Kommentar:

  1. Wie du weißt ist das auch ein Thema was mich beschäftigt. Es wird wohl in 200 Jahren eine gelebte Emanzipation geben. Es ist nun mal so wir Frauen bekommen die Kinder und haben eine besondere Beziehung zu dem Kind. Aber so lange wir unsere Söhne so erziehen wie wir sie als Männer nicht haben wollen, wird sich auch nichts ändern. Wie muß den ein Junge sein, lernen oder können, damit sich etwas ändert in Zukunft?
    Ich wünschte es wäre jetzt schon so weit ;-)

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