Montag, 14. Dezember 2015

Sind nur meine Kinder so?

Ich liebe meine Kinder. Sehr sogar. Aber sie sind wirklich Nervensägen. Große Nervensägen. Wenn ich für jedes "MAMA" einen Euro bekommen würde, dann wäre ich innerhalb kürzester Zeit Millionärin. Bin ich aber leider nicht. Schade, denn dann könnte ich mir ne Nanny leisten. Na ja, ich frage mich jedenfalls, warum man jeden Satz mit "Mama" anfangen muss. Kann das Kind denn nicht einfach etwas loswerden, ohne alles mit "Mama" einzuleiten? Und warum kapiert es meine fünfjährige Tochter nicht, dass es reicht, wenn sie mich einmal ruft, ich ihr antworte und sie mich danach nicht noch dreimal rufen muss. Eine alte Frau ist doch kein D-Zug. Da klingelt dann die "MAMA"-Kasse ganz gewaltig. Aber eben leider nicht real. Jedenfalls gehen mir meine Kinder manchmal gewaltig auf die Nerven. Wenn mein Achtjähriger seine kleine Schwester wiedermal piesackt und auch nach der dritten Bitte von mir, dies doch endlich zu unterlassen nicht aufhört, platzt mir eben die Hutschnur. Ich kann es nämlich einfach nicht verstehen, was man an meiner Bitte nicht verstehen kann. Aber so ist Rabensohn eben: Auf dem einem Ohr taub und auf dem anderen hört er leider nichts. Aber Rabentochter steht ihm in nichts nach. Gefühlte einhundertmal habe ich ihr inzwischen erklärt, dass ich auch sehr gerne mit ihr kuschle, dass es mir aber gar nicht gefällt, wenn sie mit voller Wucht auf mich draufspringt. 20 Kilo Lebendgewicht sind kein Pappenstiel. Aber nicht nur die Ohren meiner Kinder funktionieren nicht richtig, auch an den Augen muss irgendetwas sein. Oder wieso passiert es immer wieder, dass ich telefoniere und Kind 1 oder 2 platzt mitten in das Gespräch und quatscht mich von der Seite aus voll. Liebes Kind, siehst du denn das Telefon nicht? Und nein, ich halte mir das Telefon nicht ans Ohr, weil ich kalte Ohren habe. Ich telefoniere! Und ich kann deine dringende unaufschiebbare Frage, warum der Niki von nebenan gestern dreimal hintereinander pupsen musste, jetzt nicht beantworten. Ich sag ja, Nervensägen. Abends ist es besonders schlimm. Das Zubettgehen ist für mich jedes Mal ein Spießrutenlauf, und wenn ein beruflicher Termin winkt, dann versetzte ich Berge, damit ich ihn wahrnehmen kann und nicht die Kinder ins Bett bringen muss. Rabentochter wälzt sich mindestens 30 mal hin und her, bevor sie ihre Schlafposition gefunden hat und Rabensohn hat immer noch eine letzte Frage. Und dann noch eine Letzte. Und jetzt wirklich die Allerletzte. Bevor dann die Allerallerletzte kommt. Wenn das Zubettgehen endlich geschafft ist, fühle ich mich wie nach einem Halbmarathon. Sind eigentlich nur meine Kinder so anstrengend? Ich habe das Gefühl, ja. Was machen andere Eltern anders? Oder sind die anderen Kinder einfach weniger anstrengend? Und warum hat mich eigentlich niemand gewarnt, bevor ich mich dazu entschlossen habe Kinder zu bekommen? Ich dachte immer, Kinder werden erst richtig anstrengend in der Pubertät. Und davor ist alles super. Abends gehen sie brav ins Bett, weil sie vom Tag geschafft sind und tagsüber beschäftigen sie sich und spielen miteinander. Fehlanzeige, am liebsten wäre den beiden Dauerbespaßung durch Animateurin Mama. Aber auch Mama hat mal Feierabend und der ist zum Glück JETZT! Und wenn ich mir die Beiden so betrachte, wie sie eng aneinander gekuschelt in MEINEM Bett liegen, dann sind all die grauen Haare, die ich mir raufe, all die Falten, die ich durch die Beiden bekomme, vergessen. Denn jetzt sehen sie aus wie Engelchen, die kein Wässerchen trüben können. Wie die liebsten Kinder der Welt. Und das sind sie ja auch. Sagen jedenfalls die anderen über sie ;-)

1 Kommentar:

  1. Liebe Rabenmutter, es ist überall anders und doch verdammt gleich ... das mit den Ohren ist auch immer temporär, denn wenn man ruft:"Wer hatte noch keinen Nachtisch!" stehen bei mir sofort sechs weitere Beine vor dem Kühlschrank und die Hälse werden gereckt, was da so drinn ist für das leibliche Wohl. Wenn man allerdings auffordert "Mach mal den Fernseher aus" perlt das von der Hörmuschel ab und verrinnt in einem unsichtbaren Loch, tief unter dem Estrich ... Und das Skurrile ist, sind sie mal alle nicht da, fehlt es enorm ... Ich denk an Dich - LG Silke

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